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- Testbericht Revox A700 aus Audio 03/1978 -
 
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Laufbursche
 
Menuegrafik links unten Wer Spaß an guten Tonbandaufnahmen hat und gern experimentiert, braucht die Revox A700.  
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  Altes muß nicht veraltet sein. Das beweist die Tonbandmaschine A700 von Revox, die mittlerweile im fünften Produktionsjahr ist, durch zwei ganz simple Konstruktionsmerkmale :
Schon im Entwicklungsstadium tüftelten die Ingenieure eine zukunftsweisende Elektronik aus, denn sie kann alle nur denkbaren Experimentierwünsche erfüllen, f�r jeden ist etwas dabei:
 
Der HiFi-Fan, der gerne Aufnahmen von Bands macht, wird das eingebaute Mischpult schätzen; er kann damit vier Mikrofone mischen.
 
Der Sprachschüler kontrolliert seine Fortschritte durch das Duoplay-Verfahren.
 
Der Musiker mit dem absoluten Gehör muß nicht mit Unbehagen einem Konzert zuhören, dessen Tonlage auf der Schallplatte zu hoch gestimmt ist. Denn dank der elektronischen Steuerung des Tonmotors, die durch Quarzstabilisierung hervorragende Werte bei den Gleichlaufschwankungen erreicht, kann die Geschwindigkeit der A 700 über ein Regelgerät um Halbtöne verändert werden - vergleichbar mit der Feinregulierung bei Plattenspielern.
 
Ein Simultan-Übersetzer kann seine Fertigkeit bis zur Perfektion steigern, denn mit der A 700 lassen sich sehr einfach Simultan-Übersetzungsübungen realisieren.
 
Ein experimentierfreudiger Tonband-Fan wird von der Multiplayback-Technik und von den Möglichkeiten, beim Umspulen mithören und Echo-Effekte einsetzen zu können, angetan sein. Ihm gilt als besonderer Vorzug, daß er die Bandgeschwindigkeit von 6,5 cm/s bis 57 cm/s über einen Generator stufenlos regeln kann.
 
Die überragende Vielseitigkeit, die der Maschine von den Studer-Ingenieuren mitgegeben wurde, wird durch einige nützliche Techniken noch ergänzt:
Eine Repetier-Taste erspart beim Aufsuchen einer bestimmten Stelle auf dem Band das lästige "Klavierspielen". Solange die Taste gedrückt ist, wird das Band zurückgespult; nachdem sie losgelassen ist, läuft die Revox in der Wiedergabefunktion weiter.
 
Raffiniert ist der Automatik-Betrieb des Gerätes. Dazu muß das Band am Anfang und Ende lediglich mit Klarfolie versehen werden. Wird zusätzlich zur Aufnahme- oder Wiedergabetaste die "Auto"-Taste gedrückt, so spult sich das Band am Ende automatisch mit extrem hoher Geschwindigkeit zurück - ein Kilometer Band in nur zwei Minuten -, und die A 700 beginnt wieder von vorn mit der Aufnahme oder Wiedergabe. Das wiederholt sich, ohne daß der Laufbursche damit außer Atem kommen würde - so lange, bis die Stop-Taste gedrückt wird oder der Strom ausfällt. So läßt sich sogar eine Dauerberieselung mit gedämpfter Unterhaltungsmusik ermöglichen, wie sie den verwöhnten Gast in Nobelhotels auf Schritt und Tritt verfolgt.
 
Für Audiophile sind die hervorragenden Aufnahmequalitäten, mit denen die Maschine bei der schnellsten Bandgeschwindigkeit aufwarten kann, das Wichtigste. Die Aussteuerbarkeit nimmt beim Übergang von der Geschwindigkeit 19 cm/s auf 38 cm/s um 9 Dezibel zu. So erreichte die Revox im AUDIO-Computertest den Traumwert von 68 Dezibel Höhendynamik.
 
Dieser Begriff gibt den Unterschied zwischen dem maximal aufsprechbaren Pegel und der Fremdspannung an. Da übrigens die Pop- und Jazzmusik einen sehr großen Anteil hoher Frequenzen enthalten, außerdem bei den kleineren Bandgeschwindigkeiten die obere Grenzfrequenz der Tonbandgeräte um etliche Kilohertz nach unten rutscht, ist es sinnvoll, diesen Pegel beim Meßtest mit hohen Frequenzen anzugehen; exakt: bei 10 Kilohertz, im Gegensatz zu den Verstärkern, bei denen man mit l Kilohertz mißt.
 
Dieser Dynamik-Bereich von 68 Dezibel ist so groß, daß der Revox-Besitzer keine Sorge vor rascher Übersteuerung zu haben braucht; es werden ihm hervorragende Mikrofon-Aufnahmen leicht gelingen. Ihm hilft dabei auch die Übersteuerungs-Anzeige.
 
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  Verantwortlich für vollendete Musikwiedergabe: die Tonköpfe der A 700  
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  Da konventionelle Zeigerinstrumente für die Aussteuerungs-Überwachung zu träge sind, lassen sie kurzzeitige Spitzen nicht erkennen. Die Studer-Ingenieure lösten das Problem auf simple Weise: Sie setzten praktisch trägheitslose Leuchtdioden ein, die bei der geringsten Übersteuerung sofort mit grellem Rot warnen.
 
Auch die Gleichlaufschwankungen verbessern sich nochmals beim Umschalten auf die 38er Geschwindigkeit. Der AUDlO-Computer ermittelte den ausgezeichneten Wert von 0,05 Prozent, der garantiert, daß auch die empfindlichsten Ohren durch das Jaulen eines Klavieranschlags nicht beleidigt werden können.
 
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  Es gibt aber noch weitere Gründe, die für den 38er Sprint sprechen: Die Bandkonserven halten sich viel länger als die der 19er Aufnahmen, da die doppelte Bandfläche magnetisiert wird. Wer noch mehr tun will, bewahrt seine Bänder in vorgespultem Zustand auf, weil dann der Kopiereffekt besonders klein bleibt. Auch für Tonbandmontagen eignet sich die schnelle Geschwindigkeit besonders gut, da die Schnittstelle sehr viel besser lokalisiert werden kann.
 
Schließlich wartet die Revox noch mit einer Besonderheit auf: Sie enthält einen vollwertigen Vorverstärker, dem der AUDIO-Computertest gute Daten bescheinigt. Beim Hörtest fiel auf, daß es den Tiefen freilich an Substanz fehlt. Der Vorzug dieses Verstärkers liegt eher in der Wiedergabe von Stimmen: Die Reinheit, mit der Esther Ofarims Stimme (siehe AUDIO-Referenzplatte Seite 96) reproduziert wird, klingt live; selbst das leise Atmen, das auf der Platte mitgeschnitten ist, entgeht dem Vorverstärker nicht.
 
Es läßt sich freilich darüber streiten, ob ein HiFi-Vorverstärker in eine Tonbandmaschine gehört. Die zusätzliche Elektronik verteuert das Gerät erheblich, zudem werden wohl die meisten HiFi-Fans bereits einen Vorverstärker besitzen, wenn sie sich eine A 700 zulegen.
 
Die hervorragenden Daten und die leichte Bedienbarkeit gaben den Ausschlag, daß die A 700 von der AUDIO-Redaktion ausgewählt wurde, um Verstärker oder Lautsprecher mit bestem Musik-Material zu speisen oder Mutterbänder in höchster Qualität abzuspielen, wenn Tonarme und Tonabnehmer getestet werden. Sie müssen dann dieselbe Musik von Platten abtasten, für die das Band als Preß-Vorlage diente - ein präzises und schnelles Verfahren, um zu untersuchen, welche musikalischen Details die Tonarm-Tonabnehmer-Kombination unterschlägt, verfälscht oder betont.
 
Wer die A 700 kauft, kann sich zweier Dinge gewiß sein: Er wird viele Jahre Spaß an ihr haben, und er muß sich erst einmal einige Wochen mit ihr auseinandersetzen, um alle ihre Möglichkeiten kennenzulernen. Ganz nebenbei: Musik in hoher Vollendung kann er ebenfalls genießen.
 
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  Dieser Testbericht wurde mit freundlicher Genehmigung der "Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG" dem Audio Heft 03/1978 entnommen.
 
Autor: Gerald O. Dick
Fotos: Jaehnike
 
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